Zum Inhalt springen

Time for Climate Action: Im eigenen Digital­ver­halten nachhal­tiger werden – wie geht das?

Digital nachhaltiger sein - wie geht das?

Tipps zum Vermeiden, Reduzieren und Kompen­sieren von CO2-Emissionen, die durch unser alltäg­li­ches Digital­ver­halten entstehen.

Mit digitalen Gadgets und online unter­wegs sein, ohne Strom zu verbrau­chen und damit CO2-Emissionen zu verur­sa­chen – klar, das ist nicht möglich. Solange nicht alle Rechen­zen­tren mit Ökostrom versorgt werden, beein­flusst das digitale Leben also auch immer unser Klima.

Schon ein paar wenige Verän­de­rungen in unserem Verhalten können unseren ökolo­gi­schen Fußab­druck durch digitale Standard­tä­tig­keiten jedoch merklich reduzieren – und so in wenigen Minuten dazu beitragen, dass Digita­li­sie­rung grüner wird.

Ökostrom, bewusstes Mailen, Streamen und Speichern, grüne Suchma­schinen – schon einfache Maßnahmen wirken für Klima­schutz, der im eigenen Digital­ver­halten beginnt. Lesen Sie unsere Tipps, um digital nachhal­tiger zu agieren im Dreiklang von Vermeiden, Reduzieren und Kompensieren.

Vermeiden

An der Quelle ansetzen: auf Ökostrom bei Online-Anbie­tern und zuhause achten

Große Tech-Konzerne sorgen für einen Großteil des weltweiten CO2-Ausstoßes. In Publi­ka­tionen wie der Clicking Clean-Studie von Green­peace[1] können sich Konsument:innen infor­mieren, welche Unter­nehmen durch den Einsatz sauberer Energien bemüht sind, das Internet grüner zu machen, und entspre­chend ihre Anbie­ter­aus­wahl treffen. Viele der in der Studie von 2017 noch geschol­tenen Unter­nehmen haben das Problem inzwi­schen auch erkannt und setzen immer mehr grünen Strom zur Energie­ver­sor­gung ihrer Rechen­zen­tren ein.[2]

Natür­lich ist auch direkt zuhause oder in Ihrem Unter­nehmen wichtig, woher die Strom­ver­sor­gung für Laptop, Smart­phone und Co. kommt. Wer auf einen Ökostrom-Anbieter wechselt, surft in jedem Fall klima­freund­li­cher als beim Grund­ver­sorger. Denn die besten Emissionen sind die, die gar nicht erst entstehen. 

Time for Climate Action: 5 Minuten Zeit inves­tieren, über unsere TFCA-Seite auf Ökostrom umsteigen und deutlich CO2-Emissionen[3] vermeiden.

[1] Cook, Gary u. a. 2017: Clicking Clean. Who is winnig the race to build a green internet? Abruf: green​peace​.de

[2] Witsch, Kathrin 2020: Die Tech-Konzerne entde­cken ihr grünes Gewissen. Abruf: handels​blatt​.com

[3] Weißbach Anne, Wagener Laura 2021: Ökostrom­ver­gleich: Echte Ökostrom­an­bieter finden. Abruf: co2on​line​.de

Reduzieren

Bewusster mailen, streamen und speichern

Im Job mailen wir, zwischen­durch errei­chen uns lustige Bilder im WhatsApp-Chat und am Abend freuen wir uns auf die Lieblings­serie per Strea­ming. Was wir dabei verstehen sollten: Jede dieser Aktivi­täten ist mit einem CO2-Ausstoß verbunden. Doch mit ein paar bewuss­teren Entschei­dungen zu unserem Verhalten, unseren Einstel­lungen und Konsum­ge­wohn­heiten können wir einen positiven Einfluss auf das Klima nehmen und CO2-Ausstöße reduzieren.

Der Versand, das Lesen und das Speichern von E‑Mails benötigen Strom und verur­sa­chen pro E‑Mail schon rund 10g CO2 – ohne Anhang.[1] Im Vergleich: Ein PKW (Benziner) stößt auf 1 km 200g CO2 aus.[2]

Mit ein paar Verän­de­rungen ist es jedoch leicht, ein nachhal­tiges Mailkonto zu führen. Machen Sie es z. B. zur Routine

  • E‑Mails regel­mäßig zu löschen und dabei auch den Papier­korb nicht zu vergessen,
  • den internen Mailver­kehr zu reduzieren und unnötige E‑Mails zu vermeiden,
  • statt Dokumen­ten­an­hängen Links zu Speicher­orten und Fotos nur in kompri­mierter Qualität zu versenden. 

Das Energie­un­ter­nehmen E.ON schätzt den globalen Strom­ver­brauch durch Video­strea­ming auf rund 200 Mrd. kWh Strom pro Jahr, Tendenz steigend. Somit verbrau­chen Strea­ming-Platt­formen ungefähr genauso viel Strom wie alle Privat­haus­halte in Deutsch­land, Italien und Polen zusammen.[3]

Doch auch beim Strea­ming können wir als Nutzer:innen selbst einen einfa­chen Beitrag leisten, um den Strom­ver­brauch zu reduzieren:

  • Es gilt: Je größer der Bildschirm, desto höher auch der Strom­ver­brauch. Wer seine Lieblings­serie also z. B. auf dem Tablet statt dem Fernseher schaut, spart Energie.
  • Und bei kleineren Bildschirmen muss es auch nicht immer die beste Video­qua­lität sein. Eine gerin­gere Auflöung verur­sacht deutlich weniger Stromverbrauch.
  • Die Art der Daten­über­tra­gung macht einen Unter­schied: W‑Lan ist energie­spa­render als mobile Daten, Glasfaser emittiert weniger CO2 als ein Kupferkabelanschluss.
  • Und Lieblings­songs und Clips, die man immer wieder hören und sehen will, sollte man am besten downloaden statt immer wieder zu streamen.

Auch Ihre Cloud­dienste sollten Sie entmüllen und nicht jedes Foto, das über WhatsApp mal reinkam, aufbe­wahren. Wenn Sie überflüs­sige Daten[4] und Apps regel­mäßig von Ihren Endge­räten und der Cloud löschen, wird der Strom­ver­brauch reduziert. Wichtige Backups auf externen Speicher­me­dien zu machen, spart gegen­über der Cloud an Energie.

Time for Climate Action: 3 Minuten Zeit inves­tieren, um auch für andere Bereiche wie Mobilität oder Ernäh­rung mehr über den eigenen CO2-Fußab­druck zu erfahren und zu verstehen, welchen Einfluss tägliche Konsum­entschei­dungen auf das Klima haben.

[1] Winter­mantel, Benita 2019: Eine E‑Mail ist genauso schäd­lich wie eine Plastik­tüte. Abruf: ökotest.de

[2] Quarks 2019: CO2-Rechner für Auto, Flugzeug und Co. Abruf: quarks​.de

[3] E.ON 2021: Strom­ver­brauch Internet. Abruf: eon​.de

[4] Zum CO2-Austoß durch Daten­müll in Unter­nehmen: Veritas 2020: Dark Data verur­sacht dieses Jahr einen Ausstoß von 5,8 Mio. Tonnen CO2. Abruf: it​-daily​.net

Kompen­sieren

Zu einer grünen Suchma­schine wechseln

Wann öffnet der Laden, wie heißt noch gleich der Schau­spieler, wie ist die Postleit­zahl von …? Natür­lich verbrau­chen auch alle unsere tägli­chen Inter­net­such­an­fragen Energie, denn jede einzelne wird an mehrere Rechen­zen­tren weiter­ge­leitet. Google gibt z. B. Auskunft darüber, dass jede Anfrage etwa 0,2 Gramm CO2 produ­ziert. Bedenkt man, dass jeden Tag 3,45 Milli­arden Mal gegooglet wird, kommt eine beträcht­liche Menge zusammen.[1] Beispiels­weise könnte eine Energie­spar­lampe mit der Energie von 20 Google-Anfragen eine Stunde lang brennen.[2]

Doch es gibt auch alter­na­tive Suchma­schinen, die den Strom­be­darf einer Anfrage mit Kompen­sa­ti­ons­zah­lungen ausglei­chen. Diese finan­zieren klima­freund­liche Projekte. Ecosia z. B. steckt 100 % ihrer Gewinne in Baumpflanz-Projekte. Schon nach knapp 50 Clicks steht ein neuer Baum!

Time for Climate Action: 1 Minute Zeit inves­tieren und über unsere Time for Climate Action-Seite auf eine grüne Suchma­schine umsteigen.

[1] Schmidt, Elisa­beth 2019: Internet produ­ziert so viel CO2 wie Flugver­kehr. Abruf: zdf​.de

[2] Klump, Dietmar 2018: Die Ökobi­lanz eines Mausklicks. Abruf: swr​.de