Studie zu Visual Search: Google bester Anbieter, Amazon abgeschlagen

Studie: Visual Search

Einfach ein Produkt mit dem Smartphone abfotografieren und mit Hilfe des Fotos passende Produkte zum gesuchten Artikel finden? Das klingt vielversprechend und könnte in der Online-Suche im Retail ein disruptiver Trend werden. Und zwar vor allem in den Branchen, in denen optische Komponenten der Produkte entscheidend sind. Doch neue Technologien werden nur dann erfolgreich, wenn sie dem Nutzer einen echten Mehrwert bieten und von ihm akzeptiert werden. Deshalb haben wir eine Studie zur Akzeptanz von Visual Search durchgeführt. Mehr als 600 Nutzer haben insgesamt 3.600 echte Use-Cases von sechs führenden Visual Search-Anbietern aus der Fashion-Branche bewertet.

Technologien oder Apps, die es nicht unmittelbar schaffen, den Nutzer zu überzeugen, werden in der Regel schnell wieder gelöscht beziehungsweise nicht weiter genutzt. Wir wollten in der Studie herausfinden, wie es um die Wahrnehmung bei Visual Search steht. Im Fokus der Studie stehen die Erwartungen und Ansprüche der Nutzer an eine Online-Produktsuche. Am Beispiel der Fashion-Branche haben Kunden in der Befragung die Suchergebnisse führender Technologie-Anbieter für Visual Search bewertet. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Studie:

Drei von vier Befragten können sich vorstellen, Visual Search in Zukunft zu nutzen

Für 67 % der Nutzer liegt der große Vorteil der Visual Search darin, dass es einfacher ist, Bilder abgleichen zu lassen, als Suchanfragen über Text oder Sprache zu beschreiben. Rund 50 % der Befragten erwarten von der Visual Search genauere Suchergebnisse als über text- oder sprachbasierte Suchen.

Google knapp vor ASOS (viSenze) der beste Anbieter – Amazon abgeschlagen

Die verschiedenen Anbieter nutzen unterschiedliche Technologien. Wir wollten herausfinden, welcher Anbieter am besten abschneidet. Das Ergebnis: Mit 62 % positiven Ergebnissen im Gesamteindruck belegt Google den ersten Platz, dicht gefolgt von ASOS (Technologie: viSenze) mit 61 % und Zalando (Technologie: cortexica) mit 57 %. Pinterest besetzt als solider Allrounder den vierten Platz. Überraschenderweise landet der E-Commerce-Riese Amazon mit lediglich 42 % positiver Bewertungen abgeschlagen auf dem vorletzten Platz.

Vorherige Nutzung hat positiven Einfluss auf die Bewertung

Wer vor der Untersuchung bereits Erfahrungen mit Visual Search gemacht hat, bewertet die Ergebnisse insgesamt deutlich positiver als Personen, die Visual Search in der Befragung zum ersten Mal genutzt haben. Wurde Visual Search davor bereits genutzt, steigen die positiven Bewertungen von 52 % auf beachtliche 68 % an. Über alle Anbieter hinweg bewerten Männer die Suchergebnisse um 14 % positiver als Frauen. Auffällig ist der Unterschied insbesondere beim Gesamtsieger Google. Männer gaben in rund 86 % der Fälle an, ein passendes Produkt unter den Top-4-Suchergebnissen ausgespielt zu bekommen, wohingegen es bei Frauen lediglich 62 % waren. „Frauen scheinen allgemein deutlich kritischer in der Bewertung der Suchergebnisse zu sein“, hält Studienautor Maximilian Kirschbauer fest. Er weist jedoch auch die positiven Einflüsse auf die Bewertung, aber ebenso die hohe Erwartungshaltung aus: „Wie die Studienergebnisse zeigen, sind Nutzer mit hoher Internet-Affinität, Smartphone-Power-User und die Zielgruppe der unter 20-Jährigen von der Visual Search-Technologie besonders begeistert. Grundsätzlich sind die Ansprüche der breiten Masse an Visual Search jedoch hoch, sodass sich die Technologie auf lange Sicht noch verbessern muss, um eine nachhaltige Daseinsberechtigung im Markt zu manifestieren.“

Hier können Sie die neue Studie kostenlos bestellen.